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Sternwarte - die Entstehung

Glücklicher Zufall wollte es, dass ich bei einem Sonntagsspaziergang im Herbst 1994 an eine alte, verrostete Kuppel, stehend in einem Garten, stiess. Sie schien schon lange nicht mehr benutzt worden zu sein. Beim Nachbarhaus schien jemand zu Hause zu sein, also habe ich geklingelt. Wie sich herausstellte, stand diese Kuppel schon einige Jahre unbenutzt im Garten, weil der Inhaber vor einigen Jahren verstorben war. Eine Woche später hatte mir seine Frau die Kuppel für 1200 SFr. verkauft, mit der Option, dass ich sie im folgenden Frühling im Garten renovieren könnte.

30 Jahre hatten der Kuppel arg zugesetzt, mehr als ich gedacht hatte. Die Träger waren stark verrostet und die Alubleche oxidiert und stark verschmutzt. Einige Teile des Gerüstes mussten sogar neu ersetzt werden, glücklicherweise befand sich in der Nähe ein 380 V Anschluss, so waren Schweissarbeiten kein Problem. Die Profile habe ich mit einer Handschleifmaschine entrostet und gleichermassen die Alubleche gereinigt. Das hat mich 2 Wochen Arbeit gekostet, von Morgens bis Abends. Das Gerüst und die Bleche wurden reichlich mit einer 2-Komponenten Spezialfarbe angestrichen, die Kuppel sollte anschliessend eine hellgraue, glimmernde Farbe erhalten. Das Wetter war zum Glück in diesem August 1995 sehr günstig, kein einziges mal hatte es mir das Gerüst verregnet. Etwas weniger angenehm war das Arbeiten bei 30 Grad mit einer Staubmaske.

Ende September 1995 wurde die Kuppel fertig mit Silikon abgedichtet und konnte transportiert werden. Jede Hälfte wog etwa 90 kg und konnte zu dritt locker auf einen Transporter geladen werden.

Doch wohin mit dem Ding ?

An seinem alten Standort auf 800 m Höhe in einem Garten konnte und wollte ich sie nicht belassen. Also musste ein neuer, günstigerer Standort her. Auf einer Karte habe ich die astronomisch günstigen Orte ausgesucht. Was die Erreichbarkeit betrifft, habe ich mir eine 30 Min Autolimite von meinem Wohnort in Bern gesetzt. Zudem sollte der Standort möglichst hoch gelegen sein und auch im Winter erreicht werden können. Nach einigen Suchaktionen (und Enttäuschungen : Ein Bauer meinte "Solchen Schrott kann man doch nicht in die Landschaft setzen") habe ich schliesslich mit meinem Astrofreund Bernhard Blank einen geeigneten Standort gefunden: 35 Min. Autodistanz, 1600 m über Meer, freie Ost- bis Westsicht, und weit und breit kein einziges Störlicht.

Die Bergkette gehört einer Berggenossenschaft. Die Mitglieder erwiesen sich als sehr freundlich und zuvorkommend. Nach einigen Monaten haben wir eine Zusage für den Bau erhalten und ein Stück Land (10*5 m) ausersehen. Jetzt müsste noch eine Baubewilligung her. Auch diese Hürde war geschafft (700 Fr.!) und dem Bau stand nichts mehr im Weg.....

Der Hang an dem die Warte zu liegen kommen sollte (Berner Oberland) kann nicht direkt mit einem Auto erreicht werden, die letzten 400 m mussten zu Fuss gemacht werden. In dieser Hinsicht erwies sich der in der Nähe wohnende Landwirt sehr hilfreich, schwere Teile wie die Kuppelhälften oder der Beton für das Fundament hat er uns mit dem Traktor zum Bauplatz transportiert....

 

Da der Hang etwa 15 Grad Neigung aufweist, mussten wir ein Rechteck horizontal einebnen. Wir unterteilten das Plätzchen in zwei 4*4 m Quadrate, in einem sollte die Sternwarte aufgestellt werden und in der Mitte des anderen beabsichtigten wir eine Säule zu setzen, die einen grösseren Refraktor tragen sollte, welcher allerdings immer wieder demontiert und in der Kuppel versorgt werden sollte.

Die Witterungsbedingungen waren immer noch günstig, so dass die meisten Arbeiten trockenen Fusses gemacht werden konnten. In der Mitte des Kreisringes habe ich noch an einem nebligen Sonntag das Loch für das Fernrohrfundament ausgehoben (80*80*120cm) das anschliessend mit Beton aufgefüllt wurde. Auf dem Plätzchen daneben wurde ein Metallfass vergraben und schliesslich mit Beton gefüllt, das sollte die Säule für unseren Aussenbeobachtungsplatz tragen.

Fertigbeton hat uns eine Firma gebracht, mit Verzögerer versehen hatten wir genug Zeit, die Fundamentslöcher zu füllen. Auch hier hat uns der freundliche Landwirt sehr geholfen, da er uns den Beton (2 t) mit dem Traktor bis zum Platz brachte. Leider hat sich herausgestellt, dass wir 800 kg zu wenig hatten. Den Landwirt nochmals belästigen wollten wir nicht, also hiess es schleppen: es waren ja nur 20 * 40kg Säcke und nur einige Hundert meter......

Ich entschied mich, die Sternwarte nicht direkt auf Gartenplatten oder ein gegossenes Fundament zu setzen, sondern sie etwa 20 cm über der Grasnarbe auf Betonsäulen zu montieren. Dies sollte ein Stehen im feuchten Erdreich verhindern. Nach etwa 5 Tagen haben wir das Plätzchen eingeebnet und mit einem Erdbohrer 20 cm breite und etwa 1 m tiefe Löcher (Ein Höllenkrampf, da sehr kompakter Lehmboden) in Form eines Achteckes ausgehoben, Radius 3 m. Anschliessend haben wir armierte Betonpalisaden (je 85 kg, 20cm*1.2m) einbetoniert. Am oberen Ende wurden sie mit einer M16 Ankerschraube versehen. Auf diesem Achteck wurde schliesslich ein Kreisring aus 8 (8mm dicken) Stahlsegmenten montiert, auf die schliesslich der Kuppelkranz gesetzt werden sollte. Die ganze Angelegenheit musste natürlich horizontal nivelliert werden (auf ca. 5 mm).

Nach gut 2 Wochen waren die Erdarbeiten weitestgehend abgeschlossen und die Warte zusammengesetzt. Da ich dann ins Militär musste, wurde die Kuppel gut verpackt und im nächsten Frühjahr fertig gestrichen, der Holzboden eingebaut, Solarzelle montiert, Aussensäule aufgesetzt und und und .......

 
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